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Was Kaninchenhalter in den Sommer-monaten besonders beachten müssen!


Der Problemfall „Maden“

 

In den feuchtwarmen Jahreszeiten kommt es bei Kaninchen gehäuft zum Madenbefall (Myiasis) – eine
Erkrankung, die oft schnell tödlich endet. Am Anfang dieses Madenbefalls steht ein urin- und
kotverschmiertes Fell im Sitzbereich.

 

Durch die entstehenden Gerüche werden Schmeißfliegen angelockt, die dann dort ihre Eier ablegen.
Innerhalb sehr kurzer Zeit entwickeln sich daraus Maden (Larven), die sich in dem feuchten Milieu wohl
fühlen.

 

Sie ernähren sich von der Haut und den Ausscheidungen. Meist kommt es zu einem massenhaften
auftreten, wogegen sich das Kaninchen nicht mehr wehren kann. Es entstehen zum Teil dramatische
Wundenhöhlen, die dann zum schnellen Tod des Tieres führen können.

 

Das große Problem beim Kaninchen ist, dass dieser heimtückische Prozess stumm abläuft.
Ein Kaninchen zeigt ja nur bei akuter Todesangst Lautäußerungen. Beim Madenbefall bleibt es aber stumm.

 

So erkennt man oft zu spät die dahinter stehende Dramatik. Erst wenn die Tiere kein Futter mehr aufnehmen
erkennt der Halter, dass mit dem Tier etwas nicht stimmt. Oft ist es dann schon zu spät. Die Wunden sind so
gravierend, dass das Tier nicht mehr gerettet werden kann. Nur durch Einschläfern kann es von seinen
Qualen erlöst werden.

 

Tägliche Kontrolle ist lebensrettend!
 

Der Madenbefall ist in der Regel eine Folge anderer Erkrankungen. Ursächlich können sein:

 

Blasenentzündungen mit häufigem Harnabsetzen oder Durchfall – Letzterer oft durch falsche Fütterung
bedingt. Auch Zahnprobleme oder kleine Wunden können dahinter stecken. Es ist deswegen in den
Sommermonaten äußerst wichtig, sein Kaninchen besonders in der Analregion täglich(!) zu kontrollieren.

 

Aber: ein schneller Blick ist oft nicht ausreichend, denn die Eiablage und auch die Jungmaden befinden sich
oft tief im Fell. Gibt es jauchigen Geruch im Stall oder am Tier, werden die Schmeißfliegen angelockt.

 

Da in den Sommermonaten - dank des großen Angebotes - viel Grünfutter gefüttert wird, kann auch
hierdurch der Kot nass und dünnbreiig werden. Nicht auf der Futterliste sollten Unmengen von Kohl und
Kleegewächsen stehen.

 

Eine weitere Ursache für weichen Kot sind zu große Mengen an Körnerfutter und Brotresten. Ein(!) Esslöffel
Körner am Tag ist ausreichend. Unsere Kaninchen leiden nämlich häufig unter unserer
Wohlstandsgesellschaft.

 

Sie werden zu gut ernährt und haben dabei zu wenig Bewegung.

 

Der Madenbefall ist ein Notfall!

 

Fragen sie Ihre Haustierärztin oder Ihren Haustierarzt um Rat, wenn ihr Tier diesbezügliche Probleme hat.
Ist erst einmal ein sichtbarer Madenbefall da, handelt es sich um einen Notfall. Zögern Sie tierärztliche Hilfe
dann nicht weiter hinaus!