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Mehr Wiese, weniger Möhre: Artgerechte Kaninchenernährung

Autorenbild: Tierfreunde Bodenseekreis e.V.
Tierfreunde Bodenseekreis e.V.
vor 25 Minuten
2 Min. Lesezeit

Das klassische Bild vom Kaninchen mit der Möhre ist weit verbreitet. Mit einer artgerechten Kaninchenernährung hat es allerdings wenig zu tun. Kaninchen sind Frischköstler und ihr Verdauungssystem ist darauf ausgelegt, über den Tag verteilt viele kleine Mengen faserreicher Nahrung aufzunehmen.


Ein graußes und wuscheliges Kaninchen essen artgerechtes Frischfutter

Die wichtigste Grundlage ist frisches Grünfutter. Gräser, Kräuter, Blätter und Zweige sorgen für eine natürliche und abwechslungsreiche Ernährung.

Auf der Wiese sind beispielsweise Gras, Löwenzahn und Spitzwegerich tolle Bestandteile. Dazu kommen verschiedene Kräuter, Blätter und Zweige.

Eine umfangreiche Übersicht geeigneter Futtermittel gibt es beispielsweise bei Kaninchenwiese https://kaninchenwiese.de/ernaehrung/futterlisten/gemueseliste/


An heißen Tagen die frische Wiese auch gern direkt vor dem Füttern mit etwas Wasser anfeuchten, damit der erhöhte Wasserbedarf gedeckt wird. Ein Wassernapf mit frischem Wasser sollte selbstverständlich jederzeit bereit stehen. Bitte keine Nippeltränken verwenden, da die Kaninchen dadurch weniger Wasser aufnehmen und es nicht ihrer natürlichen Trinkform entspricht.


Heu sollte immer zur Verfügung stehen aber nur als Ergänzung, nicht als Hauptfutter. Es liefert wichtige Rohfaser und ist getrocknetes Wiesengrün.

Frisches Grün und Heu sind jedoch nicht dasselbe. Frisches Futter liefert zusätzlich viel Wasser und sollte deshalb den wichtigsten Platz im Speiseplan einnehmen.


Ein weißes Kaninchen mit langen Ohren isst genüsslich ein Löwenzahnblatt und vor ihm liegt Wiese

Trockenfutter? Besser nicht.


Pellets und Körnermischungen sind für Kaninchen nicht notwendig. Sie sind energiereich und wasserarm und können dazu führen, dass weniger vom eigentlich wichtigen, faserreichen Futter aufgenommen wird. Trockenfutter kann so auf Dauer zu Krankheiten wie Verdauungsstörungen, Übergewicht, Blasengries sowie Zahnproblemen führen - also einer Menge Tierleid und hohen Tierarztrechnungen.



Und was ist mit der Möhre?


Die meisten Kaninchen mögen Karotten und Äpfel tatsächlich sehr. Sie sollten aber nur ein besonderes Leckerli sein, auf keinen Fall aber Hauptfutter, da sie Zucker enthalten und ähnlich wie z.b. Knollensellerie sehr energiereich sind.


Blättriges Grün ist die bessere Wahl – und statt der Karotte lieber das Karottengrün füttern. Karottengrün genauso wie Kräuter wie z.b. Petersilie eignen sich auch optimal als erstes Futter für junge Kaninchen.


Winterzeit ist Kohlzeit


Wenn im Winter weniger Wiese wächst, können Kohl und verschiedene Blattsalate für Abwechslung sorgen. Geeignet sind beispielsweise Wirsing, Spitzkohl, Grünkohl, Kohlrabiblätter, Endivie und Eichblattsalat.

Wichtig: Neues Futter immer langsam anfüttern! Das gilt besonders für Kohl. Mit kleinen Mengen beginnen und langsam steigern, damit sich die Verdauung daran gewöhnen kann.


Futter ist auch Beschäftigung


Kaninchen wollen nicht nur satt werden. Sie möchten suchen, zupfen, knabbern und entdecken. Grünfutter kann deshalb im Gehege verteilt oder aufgehängt werden. Auch ungespritzte Zweige, beispielsweise von Apfel- oder Birnbäumen, laden zum Knabbern und Erkunden ein. So wird aus der täglichen Fütterung gleichzeitig eine kleine Beschäftigung.


Abwechslungsreiches Grün, ausreichend Heu und die Möglichkeit, Futter zu suchen und zu erkunden, kommen den natürlichen Bedürfnissen von Kaninchen also viel näher als ein Napf voller Trockenfutter oder ein Berg Karotten. Vielleicht wird es also Zeit für ein neues Bild vom glücklichen Kaninchen: nicht das Kaninchen mit der riesigen Möhre, sondern das Kaninchen, das genüsslich durch eine bunte Mischung aus Gräsern, Kräutern, Blättern und Zweigen stöbert.



ein schwarzweißes Kaninchen isst argerechtes Kaninchenfutter

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